Donnerstag, 1. Mai 2014

Rhabarber pflanzen und pflegen

Rhabarber unterm Apfelbaum (rechts) - © Heike Nedo

Endlich, es ist Zeit Rhabarber (Rheum rhabarbarum) zu ernten. Die großen Blätter werden einfach abgedreht (nicht abschneiden) und deren Stängel ergeben gekocht Kompott oder einen herrlichen Kuchenbelag.
Wer sich überwiegend auf einheimisches Obst und Gemüse beschränke will, kann die ersten frischen Stängel kaum erwarten. Denn wie heißt es so schön: Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte. Nun gut, beim Rhabarber ernten wir keine Früchte, aber immerhin fruchtige Stängel. Die Pflanze gehört eigentlich zu den Gemüsen, ist ein Knöterichgewächs, wird aber im Allgemeinen wie ein Obst betrachtet und zubereitet. Um die Ernte noch zu verfrühen gibt es sogenannte Rhabarbertöpfe, die über die Pflanzen gestülpt werden, sowie sich die ersten grünen Spitzen zeigen. Spezielle Töpfe aus Terrakotta sind optisch am schönsten, ein Weidenkorb oder einfach ein großer Eimer oder Maurerbottich erfüllen ebenso diesen Zweck. Darunter erwärmt sich die Erde schneller und die jungen Stängel bleiben besonders zart. Treiben Sie Ihren Rhabarber aber nur alle zwei Jahre, damit die Pflanzen diesen Kraftakt nicht in jedem Frühling stemmen müssen. 

Mit seinen großen Blättern wird Rhabarber recht ausladend, kann aber gut unter einem Obstbaum wachsen. Dort bevorzugt er einen tiefgründig gelockerten, mit Kompost verbesserten Boden, der sich im Frühjahr schnell erwärmen soll und im Sommer ruhig schattig und feucht sein darf. Im ersten Jahr der Pflanzung sollte man noch nicht ernten. Dann muss sich die kräftige Wurzel erst ausbilden. Ab dem zweiten Jahr kann bis zum Johannistag, den 24. Juni, geerntet werden. Danach erhält Rhabarber noch einmal eine Düngung und darf sich bei reichlichen Wassergaben erholen. Ob die Blüte abgeschnitten werden soll, ist Ihre Entscheidung, denn die Meinungen in der Literatur gehen dazu auseinander. Ich schneide sie ab. Länger als acht Jahre sollte eine Rhabarberstaude nicht am gleichen Platz bleiben. Dann wird sie im Oktober oder März/ April, noch bevor die ersten Stiele aus der Erde kommen, ausgegraben und geteilt. Jedes Teilstück muss eine eigene Knospe haben. Achten Sie darauf, dass die Schnittflächen vor dem Einsetzen etwas angetrocknet sind, sonst könnten die Wurzelstücke faulen. Wer mehrere Pflanzen setzten möchte, sollte einen Abstand bis zu 1,50 Meter halten. Es kann je nach Sorte, auch etwas weniger sein. Durch die Teilung vermehren Sie die Staude nicht nur, sonders verjüngen sie auch. Neben Rhabarber können in Mischkultur gut Spinat, Kopfsalat, Kohlrabi und andere Kohlsorten, Bohnen oder Erbsen wachsen.

Krankheiten und Schädlinge kennt die robuste Staude kaum, allerdings wird die Pflanze manchmal von Pilzen befallen, die eine Blattfleckenkrankheit verursachen. Durch ein Mosik-Virus ist auch die Rhabarbermosikkrankheit möglich, bei der sich bereits im zeitigen Frühjahr die Blätter gelb färben. Solche Pflanzen werden ausgegraben und vernichtet. Sie gehören nicht auf den Kompost. Bei mir wuchs eine Pflanze, die solche gelben Blätter hatte und immer viel zu klein blieb. Inzwischen habe ich sie entfernt und an anderer Stelle eine neue gepflanzt. Auch die Neue sah in ihrem Töpfchen, in einem Supermarkt als Restposten gekauft, sehr mickrig aus. Heute ist sie eine gesunde, kräftige Staude. Dort, wo einmal Rhabarber wuchs, soll für acht Jahre lang kein weiterer gepflanzt werden.

Jedes Jahr im Frühjahr freue ich mich auf den ersten Rhabarber. In Kombination mit Erdbeeren wird er gerne zu Marmelade gekocht. Auch Feigen und Ingwer sollen gute Partner sein. Ich habe dies noch nicht ausprobiert, aber Saft habe ich bereits aus ihm hergestellt und natürlich Kuchen gebacken. In meinem Kochen-Blog finden Sie ein Rezept für einen Rhabarberkuchen mit Gries


Rhabarber im Frühjahr - © Heike Nedo
Die Stengel enthalten viel Oxalsäure. Daher wird Rhabarberkompott gerne mit Pudding oder Greis serviert. In Kombination mit Milch wird Rhabarber verträglicher. Wer unter Gicht, Rheuma, Arthritis oder Nierensteinen leidet, sollte ihn selten verzehren oder gar nicht. Im Bio-Garten landen die oxalhaltigen Blätter nicht einfach auf dem Kompost. Man kann aus ihnen eine Rhabarberjauche herstellen, die vorbeugend gegen Kohlhernie wirkt. Bei Befall mit Blattläusen oder Lauchmotten kann sie ebenfalls helfen.


Montag, 28. April 2014

Bauernweisheiten zum Wetter - Mai

Fleißige Biene im Apfelbaum - © Heike Nedo


Über den Wonnemonat Mai gibt es viele Bauernregeln. Am bekanntesten ist wohl die, dass man bis zu den Einheiligen immer noch mit Nachtfrost rechnen muss. Das bedeutet für den Gärtner, mit dem Pflanzen von empfindlichen Arten noch zu warten, oder immer einen Frostschutz bereit zu haben und regelmäßig das Wetter zu beobachten. Manchmal reicht eine einzige kalte Nacht, um zarten Pflänzchen oder den frischen Austrieb von überwinterten Kübelpflanzen zu vernichten. 


  • Viel Regen im Mai, wenig Regen im September.
  • Ist der Mai kühl und nass, füllt er des Bauern Scheune und Fass.
  • Im Mai ein warmer Regen, bedeutet Früchtesegen.
  • Ist’s im Mai recht kalt und nass, haben die Maikäfer wenig Spaß.
  • Bis zu des Maien Mitte, hat der Frost noch eine Hütte.
  • Vor Nachtfrost bis du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist. (15. Mai = kalte Sophie)
  • Wenn’s Wetter gut ist am ersten Mai, gibt es viel und gutes Heu.
  • Windet’s am ersten Mai, dann das ganze Jahr.
  • Blüht im Mai die Eiche vor der Esche, gibt’s noch eine große Wäsche.
  • Die erste Liebe und der Mai, gehen selten ohne Frost vorbei.
  • Der Mai, zum Wonnemonat erkoren, hat den Reif noch hinter den Ohren.
  • Ein kalter Mai tötet das Ungeziefer und verspricht eine gute Ernte.
  • Mairegen bringt Segen, da wächst jedes Kind, da wachsen die Blätter und Blumen geschwind.
  • Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte.
  • Grünen die Eichen vor dem Mai, zeigt’s, dass der Sommer fruchtbar sei.
  • Regnet es am Himmelfahrtstag, der Weinbauer klagen mag.
  • Wenn sich naht St. Stanislaus (7. Mai), rollen die Kartoffeln raus.
  • Wenn Tränen weint der Stanislaus, werden blanke Heller draus.

Erster Bienenschwarm im April

Bienenschwarm an Blaufichte - © Heike Nedo

Am 26. April 2014 beobachteten wir den ersten Bienenschwarm in diesem Jahr. Noch nie sind meine Bienen so früh geschwärmt. Es ging gegen 11,30 Uhr los. Es ist die typische Zeit. Viele unserer Schwärme nutzen die Mittagshitze. Über meinen vier Völkern beginnt es gewaltig zu summen und plötzlich schwebt eine lebendige Wolke von Tausenden Bienen über den Beuten. Oft ist der Schwarm erst zu hören, dann sieht man ihn. Die Bienen sammeln sich und ziehen bei uns immer in die gleiche Richtung. Wo genau sie sich niederlassen ist verschieden. Schon oft musste ich in den Apfelbaum der Nachbarn steigen. Diesmal setzten sie sich direkt an den Stamm einer Blaufichte, gleich hinterm Grundstück. Damit war ich nicht glücklich. Wie soll ich zwischen den eng stehenden Ästen und direkt an den Stamm geschmiegt einen Schwarm einfangen?

Ein imkerfreundlicher Idealschwarm hängt sich an einen frei hängenden, nicht zu dicken, noch elastischen Ast eines Baumes, nicht zu hoch und so, dass gut Platz ist, um eine Kiste oder einfach einen Karton darunter zu halten. Zuerst werden die Bienen mit einem feinem Strahl Wasser feucht gemacht, damit sich die Schwarmtraube noch dichter zusammenzieht, und anschließend reicht ein kräftiger Schlag auf den Ast und die Bienentraube fällt durch die Erschütterung komplett in den Karton. Dann heißt es Klappe zu, kleines Einflugloch lassen, unter dem Baum stehenlassen und warten. Wenn die Königin im Karton ist, dann hat man den Schwarm. Die noch frei fliegenden Bienen folgen ihr in die neue Behausung. Zum Abend bereite ich dann eine Beute vor, stelle sie an ihren zukünftigen Platz und kippe den eingefangenen Schwarm einfach um. Wenn sich Bienen an ihrem Bau eingeflogen haben, kann man sie nicht mehr beliebig umstellen. Also bemühe ich mich immer, den Schwarm bis zum Abend dort zu haben, wo er zukünftig stehen soll. Die meisten meiner Schwärme habe ich mit einem einfachen Pappkarton eingefangen. Seit letztem Jahr nutze ich einen Schwarmeinfangkasten aus Holz. Er ist praktisch, zwar schwerer aber doch besser als die Kartons.

Nun saß dieser Schwarm direkt am Stamm der Fichte. Ich musste ihn also abfegen und dabei versuchen, mit dem Kasten direkt darunter an den Stamm zu gelangen, damit möglichst viele Bienen darin landen. Drei Versuche brauchte ich. Erst beim dritten Einfegen, hatte ich ein gutes Gefühl. Aber immer noch saßen viele Immen am Baum. Sie zogen sich immer wieder dort zusammen. Es war ein großer Schwarm. Inzwischen wurde es dunkel. Also stellte ich die vorbereitete Beute direkt neben den Baum, schüttete die Bienen aus dem Holzkasten hinein, fegte noch einmal ein Häufchen vom Stamm ab und überlies sie über Nacht ihrem Schicksal. Gleich am Morgen wurde die Beute umgestellt, es waren bereits viele Bienen darin. Sie kam neben meine anderen vier Völker. Der hölzerne Schwarmeinfangkasten war fast lehr und wieder saß an den Stamm geschmiegt noch eine Traube Bienen, so groß wie zwei kräftige Männerfäuste. Zu viele, um sie dort zulassen. Also kroch ich nochmal mit meinem Kasten an den Stamm und fegte diese Ausreißer ein. Ich stellte den Kasten unmittelbar vor die Beute, in der Hoffnung, auch die letzten Immen würden nun begreifen, wo sie hingehören. Es hat geklappt. Endlich! So ein Schwarm ist immer ein Ereignis. Und in diesem Jahr ist alles viel zu früh dran. Ein Schwarm im April ist selten. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aus meinen vier Völkern sind nun jetzt im April bereits fünf geworden.


Ob das Einfangen der Bienen gelingt? - © Heike Nedo

Samstag, 26. April 2014

Gundermann - früher eine Würzpflanze

Gundermann im Gras © Heike Nedo

... und zwischen Stiefmütterchen © Nedo

Der kleine Gundermann (Glechoma hederacea) gehört zu den Lippenblütengewächsen, ist weit verbreitet, und wird daher oft als Unkraut verachtet. Bei genauem Hinschauen erkennt man aber, dass die Blütentrichter sehr hübsch sind und das strahlende Blau in Kombination mit seinen runden Blättern und anderen Blüten gut zur Geltung kommt. Hätte er nicht die Angewohnheit, sich über Ausläufer und viele Seitensprosse schnell zu vermehren, könnte man die kleine Pflanze lieben. Ich mag sie auch, so wie alle Hummeln, die gerne aus dem Kelch der Blüten Nektar saugen. Trotzdem geht es mir mit ihr so wie mit der Taubnessel. Auch sie vermehrt sich in meinem Garten gewaltig. Meine Bienen und zahlreiche andere Insekten genießen den Blütensegen. In meinen Gemüsebeeten mag ich dennoch nicht zu viel der Wildpflanzen haben. Als Unkraut möchte ich sie nicht bezeichnen, sie zu den Zier- oder Nutzpflanzen zu zählen, passt jedoch auch nicht ganz.

Früher wurde Gundermann, oder die Gundelrebe, ein weiterer Name der Art, allerdings als Gewürzpflanze verwendet. Sie ist auch unter Namen wie Gundelkraut, Erd-Efeu oder Efeu-Gundermann bekannt. Ihr aromatischer Geschmack soll an Harz, Minze und Lakritze erinnern.Im zeitigen Frühjahr wurde daraus Gemüse gekocht. Auch zum Gründonnerstag (Donnerstag vor Karfreitag) gehörte ein Gundermanngericht. Da die Pflanze Bitterstoffe enthält, konservierten die Menschen mit ihr Bier, noch bevor Hopfen aktuell wurde. Interessant ist ihr früherer Name Soldatenpetersilie, was auf deren Verwendung hinweist. Auch in der Naturheilkunde wurde die Gundelrebe gerne eingesetzt. Hildegard von Bingen verwendete das Kraut, um Ohren- und Kopfschmerzen zu lindern. Desweiteren gilt es als harn- und schweißtreibendes Mittel. Die Chinesen behandeln mit Gundermann auch Lungenkrankheiten. Im Garten extra angebaut wurde die Pflanze trotz der vielseitigen Verwendung selten. Man sammelte sie auf feuchten, fruchtbaren Böden, wo sie oft an Wiesenrändern, Waldsäumen oder unter Hecken wächst. Wenn der Gundermann doch gewollt im Garten Einzug hält, wird sie als Bodendecker genutzt. Es gibt auch eine weißblühende Art.


Für viele Säugetiere, besonders für Pferde ist Gundermann giftig. Leider kommen auch Vergiftungen bei anderen Nutztieren und Nagetieren vor. Wer seinen Hauskaninchen im Garten ein Freigehege baut, sollte also auf die kleine Pflanze achten. Vergiftungen beim Menschen wurden noch nicht beobachtet.

Bei Insekten ist die Gundelrebe als Futterpflanze dagegen sehr beliebt. Nicht nur Hummeln, sondern auch viele Schmetterlinge (21 Arten laut Wikipedia) und andere Kleintiere laben sich an dem Kraut. Gundermann ist eben kein Unkraut, sondern nur eine sich leicht vermehrende Wildpflanze, die vor Rasen, Blumen- und Gemüsebeeten nicht Halt macht.

Genaue Beschreibung von Gundermann:

  • Vorkommen in fast ganz Europa bis zu 1600 Meter hoch
  • Lippenblüter
  • 5 bis 25 Zentimeter hoch, ausdauernd, niederliegende Stengel bis 60 Zentimeter lang
  • Stengel vierkantig, behaart, wurzelns
  • blühende Triebe aufrecht und ohne Verzweigung
  • gegenständige Blätter gestielt, nierenförmig bis herzförmig, rund-gekerbt
  • Blüten blau bis violett gefleckt, auch weiße Varianten
  • Blütezeit - März bis Mai
  • zwei bis vier Blüten in den Achseln der Blätter
  • Kelch fünfjährig, Krone 2 bis 4-mal so lang wie der Kelch, 
  • tief ausgerandete Oberlippe, dreimalige Unterlippe
  • 4 Staubblätter


Wirksame Teile als Heilkraut:

frische oder getrocknete Pflanze, Saft, Blätter (vor Beginn der Blüte)
rasch trocknen und dabei gut belüften
es wirken ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe, Harz, Kalium
gegen Bronchialerkrankungen, harntreibend
tonisch, wundheilend
Anwendung innerlich und äußerlich

Wundermann ist Bestandteil eines Heiltees, dem Schweizer Tee, der gerne als Stärkungsmittel eingesetzt wird.

Die Gundelrebe im Volksglauben

Die kleine Pflanze ist eine alte Zauberpflanze der Germanen, mit der man hoffte, Hexen zu erkennen. Dazu flocht man Kränze, die in der Walpurgisnacht um den Kopf gelegt wurden. Die Menschen gaben ihn ihren Tieren, da er kräftigend wirkte. Kühe bekamen Gundermann in der ersten Mainacht mit Salz ins Futter, damit sie viel Milch gaben. Und damit eine Henne kräftige Küken großzog, erhielt sie frische Gundelrebe. Es heißt, das Gewächs treibt Gifte aus und gehörte so auch in den Schnupftabak.




Das Bild stammt aus dem Buch von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé ''Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz'' 1885, Gera - Danke an Wikipedia!

Gewöhnliche Küchenschelle ist eine giftige Schönheit

Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgäres) - © Heike Nedo

Im Verhältnis zur kleinen Pflanze sind die violetten Blüten der Gewöhnlichen Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) erstaunlich groß. Noch dazu leuchten aus ihrem Inneren kräftig gelbe Staubblätter, die auch gerne von Bienen und Hummeln angeflogen werden. Über dem silbrig behaarten, sonst hellgrünen Laubblättern sehen die Blüten wunderschön aus.

Im letzten Jahr kaufte ich mir eine solche Pflanze und in diesem Frühling hat sie mich nicht enttäuscht. Der sandige, mit Nährstoffen nicht verwöhnte Brandenburger Boden scheint ihr zu gefallen. Auch jetzt nach der Blüte wirkt das fein gefiederte Laub zart und sehenswert. Da ich nicht wollte, dass die Pflanze Kraft für die Samenbildung aufbringt, habe ich die verblühten Blüten abgeschnitten. Laut Literatur hätte ich sie stehenlassen sollen, denn die fedrigen Samenstände sollen bis zu 40 Zentimeter hoch außerordentlich schön aussehen. Es heißt, sie ist eine der schönsten Stauden für den alpinen oder Steingarten. Bei mir wächst die Pulsatilla einfach neben den Erdbeeren zwischen einigen Kräutern im Beet. 


Die Pflanze wird nicht höher als 20 Zentimeter, ist mehrjährig und liebt einen durchlässigen, mageren Boden. Sie braucht einen sonnigen Platz, muss aber nicht extra geschützt stehen. Nur mit kräftig wachsenden Nachbarspflanzen kommt die Küchenschelle nicht zurecht. Sie verdrängen die zarte Pflanze schnell, obwohl Pulsatilla eine kräftige Wurzel ausbildet. Diese reicht bis zu einem Meter tief in die Erde.

Die Gewöhnliche Küchenschelle gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist sehr giftig. Wer empfindlich reagiert, bekommt schon allein durch die Berührung der Pflanze Pusteln auf der Haut. Im getrockneten Zustand ist sie nicht so giftig, aber dennoch mit großer Vorsicht zu betrachten. Als Heilpflanze wird die giftige Schöne nicht eingesetzt, in der Homöopathie dagegen häufig. 


In freier Natur war die Gemeine Kuhschelle, wie sie auch genannt wird, einmal häufig. Sie liebte einen Platz im Magerrasen, bevorzugt in südlicher Hanglage oder siedelte sich in lichten Kiefernwäldern an. Heute ist die Staude in ganz Deutschland sehr selten, in manchen Regionen fehlt sie ganz. Daher ist die Küchenschelle geschützt und darf weder geglückt noch ausgegraben werden. Das ist auch nicht nötig, denn wer die Pflanze in seinen Garten holen möchte, kann sie in Gärtnereien vor Ort oder auch über das Internet kaufen. Angeboten werden neben den violetten Varianten inzwischen auch weiße und rote Züchtungen. Im Handel wird sie teilweise als Pelzanemone bezeichnet. Im Volksmund hat sie auch Namen wie Wolfspfote, Bocksbart oder Osterblume. Diese und zahlreiche weitere Namen werden meistens nur regional verwendet. Die Vielzahl der Namen verrät aber, dass die Pflanze einmal häufig war und im Volk Beachtung fand.

Freitag, 25. April 2014

Schachbrettblume - grazile Eleganz im Frühling

Schachblume oder Kiebitzei - © Heike Nedo

Seit einigen Jahren blüht in meinem Garten eine Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Sie wird auch einfach Schachblume genannt, oder Kibitzei und gehört in die Familie der Liliengewächse. Ihre großen Schwestern, die Kaiserkronen (Fritillaria imperiales) sind zwar wesentlich auffälliger, dafür wirkt das kleine Kibitzei elegant und grazil.

Den Namen verdank der Frühlingsblüher seiner gemusterten Blüte. Sie erscheint im April oder Mai, je nach Witterung auf einem bis zu 40 Zentimeter langem Stiel, der oft nur eine Blüte trägt. Diese sitzt nickend als Glocke mit kariertem Muster, meistens violettfarben über lanzettförmigen Blättern.Die Schachbrettblume mag es halbschattig, kühl und bevorzugt einen fruchtbaren, feuchten Boden. Die Zwiebeln werden im Spätsommer in die Erde gebracht. Sie sollen nicht lange liegen, sonst treiben sie nicht mehr aus. In den August fällt die Ruhezeit der Zwiebeln, dann ist es an der Zeit, sie in die Erde zu setzen. Alle Frittilarien brauchen lange, um einzuwurzeln. Zu spätes Pflanzen birgt also immer ein Risiko. Setzen Sie die kleinen Zwiebeln der Schachblume etwa acht Zentimeter tief ein. Vermehrt kann über Brutzwiebeln werden, die nach dem Abnehmen auch wieder sofort in den Boden kommen. Beim Umgang mit der Pflanze ist Vorsicht geboten, denn alle Pflanzenteile sind giftig.


Neben den beiden genannten Arten gibt es weitere interessante Fritillarien: 
  •  Fritillaria michailovskyi - dunkle Schönheit, viol ettbraune Blüten mit gelben Rand, 10 bis 20 Zentimeter hoch für einen trockenen, durchlässigen Boden, auch für Steingärten
  • Fritillaria pallidiflora - blassgelb, 30 bis 40 Zentimeter hoch, sonniger Standort, humoder, durchlässiger Boden
  • Fritillaria persica - Persische Schachblume - vermutlich außergewöhnlichste Art der Gattung, 1 bis 1,5 Meter hoch, an einem Stängel hängen bis zu 30 braun-purpurrote Blüten, sie liebt Wärme und kommt als Gebirgspflanze auch mit Trockenheit zurecht, im Winter ist etwas Frostschutz ratsam
  • Fritillaria raddeana - wirkt wie die Miniausgabe einer Kraiserkrone, 60 bis 70 Zentimeter hoch, weiße Blüte oder fahlgelb, Pflege wie die Kaiserkrone 

Einfaches Hühnchen aus Stoff nähen

Hühnerhaltung ist in und noch dazu ganz einfach. Diese Hühnchen werden einfach ins Fenster gehängt (oder anderswo) und sorgen dort für Abwechslung. Ich habe nach der Anleitung im Video eine Hühnerfamilie nachgenäht, also Hahn, Henne und drei Küken. Ich finde, sie sind gut gelungen. Mehr Fotos auf Dawanda.




Und hier das YouTube-Video als Anleitung. Danke für die Idee!