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Freitag, 10. April 2015

Wie baut man Sellerie an?

Sellerie braucht vom Korn bis zum kleinen Pflänzchen eine Weile. Das frostempfindliche Gemüse muss im Warmen vorgezogen werden. Zum Glück kann man sich die Pflanzen auch beim Gärtner kaufen. Und dann sind da noch die Unterschiede der drei möglichen Sorten: Knollen-, Stauden- und Schnittsellerie. Werden sie im Garten verschieden behandelt? Antworten dazu finden Sie in folgendem Artikel:


In Scheiben schneiden, panieren, braten - lecker! @ H. Nedo

Donnerstag, 29. Mai 2014

Aubergine - Solanum melongena

Botanisch gesehen ist die Frucht der Aubergine (Solanum melongena) eine Beere. Die Pflanzen gehören wie Tomaten zu den Nachtschattengewächsen und brauchen noch mehr Wärme als diese. Im Garten bekommen sie daher den wärmsten Platz, den Sie finden können, ideal ist ein Platz im Gewächshaus. Man kann Auberginen im März aussäen. Besser und einfacher ist es jedoch, sich beim Gärtner die Pflanzen zu kaufen. Mit dem Auspflanzen ist der Geduldige besser beraten, als ein Gärtner, der es im Frühjahr immer kaum aushalten kann. Zu früh ins Freie gebracht, leidet die Aubergine schnell unter zu starken Temperaturschwankungen. Dann wirft sie die Knospen ab. Warten Sie also ruhig bis in den Juni. 

Beim Pflanzen setzen Sie dicht neben die Aubergine gleich einen Stüztpfahl, denn die Haupt- und Seitentriebe müssen angebunden werden. Im Gewächshaus pflanzen Sie mit einem Abstand von 50 x 50 Zentimeter. Gut stehen Auberginen auch in einem großen Kübel. Dann setzen Sie drei Pflanzen hinein. Damit Sie große und schöne Auberginen ernten, lassen Sie nur etwa fünf Früchte pro Pflanze ausreifen. Die anderen Blütenstände knipsen Sie aus. Für eine erfolgreiche Ernte benötigen Sie einen nährstoffreichen und gut gewässerten Boden. Ideal ist ein neutraler, mit altem Mist gedüngter Boden. Verwöhnen Sie Ihre Auberginen wöchentlich mit etwas verdünnter Pflanzenjauche, die Pflanzen werden es Ihnen danken. 

Als Schädlinge sind bei Auberginen Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliege möglich. Gegen die Blattläuse gehen Sie mit einem Strahl Wasser vor und die Weiße Fliege können Sie mit Gelbtafeln eindämmen. Die Spinnmilbe ist schwerer zu bekämpfen. Es geht mit Raubmilben oder auch mit dem Spritzen von Mitteln auf Neem- oder Rapsölbasis. Diese Mittel verkleben die Milben und deren Eier, so dass sie ersticken. 

Schon im August können die lila Riesenbeeren geerntet werden und zwar dann, wenn die Haut glänzt. Wer zu spät erntet, erhält bittere Auberginen. Ein typisches Gericht mit Auberginen ist die Ratatouille. Ebenso beliebt sind sie in Scheiben geschnitten und gebraten. Wenn Sie die Auberginenscheiben  vor dem Zubereiten einsalzen und etwa 20 Minuten liegen lassen, entzieht das Salz die Bitterstoffe. Die Scheiben werden dann abgespült und mit Küchenpapier trocken getupft. 

Donnerstag, 1. Mai 2014

Rhabarber pflanzen und pflegen

Rhabarber unterm Apfelbaum (rechts) - © Heike Nedo

Endlich, es ist Zeit Rhabarber (Rheum rhabarbarum) zu ernten. Die großen Blätter werden einfach abgedreht (nicht abschneiden) und deren Stängel ergeben gekocht Kompott oder einen herrlichen Kuchenbelag.
Wer sich überwiegend auf einheimisches Obst und Gemüse beschränke will, kann die ersten frischen Stängel kaum erwarten. Denn wie heißt es so schön: Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte. Nun gut, beim Rhabarber ernten wir keine Früchte, aber immerhin fruchtige Stängel. Die Pflanze gehört eigentlich zu den Gemüsen, ist ein Knöterichgewächs, wird aber im Allgemeinen wie ein Obst betrachtet und zubereitet. Um die Ernte noch zu verfrühen gibt es sogenannte Rhabarbertöpfe, die über die Pflanzen gestülpt werden, sowie sich die ersten grünen Spitzen zeigen. Spezielle Töpfe aus Terrakotta sind optisch am schönsten, ein Weidenkorb oder einfach ein großer Eimer oder Maurerbottich erfüllen ebenso diesen Zweck. Darunter erwärmt sich die Erde schneller und die jungen Stängel bleiben besonders zart. Treiben Sie Ihren Rhabarber aber nur alle zwei Jahre, damit die Pflanzen diesen Kraftakt nicht in jedem Frühling stemmen müssen. 

Mit seinen großen Blättern wird Rhabarber recht ausladend, kann aber gut unter einem Obstbaum wachsen. Dort bevorzugt er einen tiefgründig gelockerten, mit Kompost verbesserten Boden, der sich im Frühjahr schnell erwärmen soll und im Sommer ruhig schattig und feucht sein darf. Im ersten Jahr der Pflanzung sollte man noch nicht ernten. Dann muss sich die kräftige Wurzel erst ausbilden. Ab dem zweiten Jahr kann bis zum Johannistag, den 24. Juni, geerntet werden. Danach erhält Rhabarber noch einmal eine Düngung und darf sich bei reichlichen Wassergaben erholen. Ob die Blüte abgeschnitten werden soll, ist Ihre Entscheidung, denn die Meinungen in der Literatur gehen dazu auseinander. Ich schneide sie ab. Länger als acht Jahre sollte eine Rhabarberstaude nicht am gleichen Platz bleiben. Dann wird sie im Oktober oder März/ April, noch bevor die ersten Stiele aus der Erde kommen, ausgegraben und geteilt. Jedes Teilstück muss eine eigene Knospe haben. Achten Sie darauf, dass die Schnittflächen vor dem Einsetzen etwas angetrocknet sind, sonst könnten die Wurzelstücke faulen. Wer mehrere Pflanzen setzten möchte, sollte einen Abstand bis zu 1,50 Meter halten. Es kann je nach Sorte, auch etwas weniger sein. Durch die Teilung vermehren Sie die Staude nicht nur, sonders verjüngen sie auch. Neben Rhabarber können in Mischkultur gut Spinat, Kopfsalat, Kohlrabi und andere Kohlsorten, Bohnen oder Erbsen wachsen.

Krankheiten und Schädlinge kennt die robuste Staude kaum, allerdings wird die Pflanze manchmal von Pilzen befallen, die eine Blattfleckenkrankheit verursachen. Durch ein Mosik-Virus ist auch die Rhabarbermosikkrankheit möglich, bei der sich bereits im zeitigen Frühjahr die Blätter gelb färben. Solche Pflanzen werden ausgegraben und vernichtet. Sie gehören nicht auf den Kompost. Bei mir wuchs eine Pflanze, die solche gelben Blätter hatte und immer viel zu klein blieb. Inzwischen habe ich sie entfernt und an anderer Stelle eine neue gepflanzt. Auch die Neue sah in ihrem Töpfchen, in einem Supermarkt als Restposten gekauft, sehr mickrig aus. Heute ist sie eine gesunde, kräftige Staude. Dort, wo einmal Rhabarber wuchs, soll für acht Jahre lang kein weiterer gepflanzt werden.

Jedes Jahr im Frühjahr freue ich mich auf den ersten Rhabarber. In Kombination mit Erdbeeren wird er gerne zu Marmelade gekocht. Auch Feigen und Ingwer sollen gute Partner sein. Ich habe dies noch nicht ausprobiert, aber Saft habe ich bereits aus ihm hergestellt und natürlich Kuchen gebacken. In meinem Kochen-Blog finden Sie ein Rezept für einen Rhabarberkuchen mit Gries


Rhabarber im Frühjahr - © Heike Nedo
Die Stengel enthalten viel Oxalsäure. Daher wird Rhabarberkompott gerne mit Pudding oder Greis serviert. In Kombination mit Milch wird Rhabarber verträglicher. Wer unter Gicht, Rheuma, Arthritis oder Nierensteinen leidet, sollte ihn selten verzehren oder gar nicht. Im Bio-Garten landen die oxalhaltigen Blätter nicht einfach auf dem Kompost. Man kann aus ihnen eine Rhabarberjauche herstellen, die vorbeugend gegen Kohlhernie wirkt. Bei Befall mit Blattläusen oder Lauchmotten kann sie ebenfalls helfen.


Montag, 20. Januar 2014

Winterzwiebel im Bauerngarten

Blüte von Winterheckenzwiebel / H. Nedo
Winterheckenzwiebeln, auch kurz Winterzwiebeln genannt, bereichern als anspruchslose Pfleglinge schon lange meinen Garten. Vor einigen Jahren brachte ich im April einige Samen in die Erde. Sie gingen problemlos auf und wuchsen an Ort und Stelle weiter. Inzwischen haben die Lauchzwiebeln mehrfach ihren Standort gewechselt. Wenn die Horste zu groß werden, teile ich sie und pflanze die Teilstücke an neuen Plätzen wieder aus. Auch bei unseren Nachbarn wachsen inzwischen Nachkommen meiner ersten Aussaat.

Die aus Sibirien stammende Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) ist absolut winterhart. Das bedeutet jedoch nicht, dass man den ganzen Winter über Lauch ernten kann. Im Herbst ziehen die Schlotten ein, um sich im zeitigen Frühjahr mit neuer Kraft aus der Erde zu schieben. Die grünen Röhrenblätter treiben wesentlich früher aus als Schnittlauch. An einem geschützten, sonnigen Standort bei milder Witterung zeigen sie sich tatsächlich auch im Winter. Die vielen Bezeichnungen für diese Zwiebelart führen immer wieder zu Verwirrungen. Wer die Zwiebel mehrjährig pflegt, erntet nur das Lauch, teilt sie ab und zu und verpflanzt sie. Bei einjährigem Anbau wird die ganze Pflanze geerntet und wie eine Frühlingszwiebel verwendet. Dazu kann der Samen in Abständen je nach Klima von Februar bis April ausgesät werden. Etwa drei Monate später beginnt die Ernte. Es ist auch möglich, einen Satz der Samen im Juni in die Erde zu bringen und die kleinen Pflanzen einfach wachsen zu lassen. Sie überwintern und bringen im folgenden Jahr Frühlingszwiebeln. Ich persönlich habe tatsächlich nur einmal gesät, weiß aber, dass sich die Zwiebeln bereitwillig selbst aussamen. Die runden und sehenswerten Blütenstände ziehen Hummeln und Bienen magisch an. Daher bringe ich es nicht übers Herz, sie abzuschneiden. Um die Horste herum erscheinen dann später winzige Röhrenblättchen, die Nachkommenschaft der blühenden Zwiebeln.

Über die Ansprüche der Pflanze braucht sich der Gärtner wenig Gedanken machen. Bei mir wächst sie in magerem, brandenburger Sandboden, den ich seit mehreren Jahren versuche mit Komposterde zu verbessern. Der Vorteil dieses Bodens besteht darin, dass ich Staunässe nicht befürchten muss, selbst in feuchten Jahren. Der Nachteil ist sein magerer Nährstoffgehalt und die geringe Fähigkeit diese zu speichern. Der Winterheckenzwiebel macht es nichts aus. Sie wächst und bringt regelmäßig Lauch und Blüten hervor.



Schädlinge kennt diese Zwiebel genauso wie ihre Verwandten, unsere Speisezwiebeln Allium cepa. Das regelmäßige Umsetzen kräftigt also nicht nur die Pflanzen, sondern beugt auch dem Befall mit der Zwiebelfliege vor. Alle Zwiebeln stehen gerne mit Möhren auf einem Beet. Eine Aussaat gemeinsam mit Radieschen soll gut sein. Ich habe es noch nicht ausprobiert, kann es mir aber vorstellen.


In der Küche verwende ich das Lauch ähnlich wie Schnittlauch. Es ist aber kräftiger und mein Mann mag es nicht, wenn ich es nur in grobe Ringe schneide. In Wookgerichten möchten wir aber beide nicht auf diese Zwiebel verzichten. Gerade, wenn es mit Petersilie im Garten noch nicht so üppig ist, nutze ich die frühen Röhrenblätter gerne, um frisches Grün in die Speisen zu bringen. Ansonsten betrachte ich die Blüten als Bienennahrung und Blickfang im Gemüsegarten.

Winterzwiebel im April / H. Nedo