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Samstag, 26. April 2014

Gundermann - früher eine Würzpflanze

Gundermann im Gras © Heike Nedo

... und zwischen Stiefmütterchen © Nedo

Der kleine Gundermann (Glechoma hederacea) gehört zu den Lippenblütengewächsen, ist weit verbreitet, und wird daher oft als Unkraut verachtet. Bei genauem Hinschauen erkennt man aber, dass die Blütentrichter sehr hübsch sind und das strahlende Blau in Kombination mit seinen runden Blättern und anderen Blüten gut zur Geltung kommt. Hätte er nicht die Angewohnheit, sich über Ausläufer und viele Seitensprosse schnell zu vermehren, könnte man die kleine Pflanze lieben. Ich mag sie auch, so wie alle Hummeln, die gerne aus dem Kelch der Blüten Nektar saugen. Trotzdem geht es mir mit ihr so wie mit der Taubnessel. Auch sie vermehrt sich in meinem Garten gewaltig. Meine Bienen und zahlreiche andere Insekten genießen den Blütensegen. In meinen Gemüsebeeten mag ich dennoch nicht zu viel der Wildpflanzen haben. Als Unkraut möchte ich sie nicht bezeichnen, sie zu den Zier- oder Nutzpflanzen zu zählen, passt jedoch auch nicht ganz.

Früher wurde Gundermann, oder die Gundelrebe, ein weiterer Name der Art, allerdings als Gewürzpflanze verwendet. Sie ist auch unter Namen wie Gundelkraut, Erd-Efeu oder Efeu-Gundermann bekannt. Ihr aromatischer Geschmack soll an Harz, Minze und Lakritze erinnern.Im zeitigen Frühjahr wurde daraus Gemüse gekocht. Auch zum Gründonnerstag (Donnerstag vor Karfreitag) gehörte ein Gundermanngericht. Da die Pflanze Bitterstoffe enthält, konservierten die Menschen mit ihr Bier, noch bevor Hopfen aktuell wurde. Interessant ist ihr früherer Name Soldatenpetersilie, was auf deren Verwendung hinweist. Auch in der Naturheilkunde wurde die Gundelrebe gerne eingesetzt. Hildegard von Bingen verwendete das Kraut, um Ohren- und Kopfschmerzen zu lindern. Desweiteren gilt es als harn- und schweißtreibendes Mittel. Die Chinesen behandeln mit Gundermann auch Lungenkrankheiten. Im Garten extra angebaut wurde die Pflanze trotz der vielseitigen Verwendung selten. Man sammelte sie auf feuchten, fruchtbaren Böden, wo sie oft an Wiesenrändern, Waldsäumen oder unter Hecken wächst. Wenn der Gundermann doch gewollt im Garten Einzug hält, wird sie als Bodendecker genutzt. Es gibt auch eine weißblühende Art.


Für viele Säugetiere, besonders für Pferde ist Gundermann giftig. Leider kommen auch Vergiftungen bei anderen Nutztieren und Nagetieren vor. Wer seinen Hauskaninchen im Garten ein Freigehege baut, sollte also auf die kleine Pflanze achten. Vergiftungen beim Menschen wurden noch nicht beobachtet.

Bei Insekten ist die Gundelrebe als Futterpflanze dagegen sehr beliebt. Nicht nur Hummeln, sondern auch viele Schmetterlinge (21 Arten laut Wikipedia) und andere Kleintiere laben sich an dem Kraut. Gundermann ist eben kein Unkraut, sondern nur eine sich leicht vermehrende Wildpflanze, die vor Rasen, Blumen- und Gemüsebeeten nicht Halt macht.

Genaue Beschreibung von Gundermann:

  • Vorkommen in fast ganz Europa bis zu 1600 Meter hoch
  • Lippenblüter
  • 5 bis 25 Zentimeter hoch, ausdauernd, niederliegende Stengel bis 60 Zentimeter lang
  • Stengel vierkantig, behaart, wurzelns
  • blühende Triebe aufrecht und ohne Verzweigung
  • gegenständige Blätter gestielt, nierenförmig bis herzförmig, rund-gekerbt
  • Blüten blau bis violett gefleckt, auch weiße Varianten
  • Blütezeit - März bis Mai
  • zwei bis vier Blüten in den Achseln der Blätter
  • Kelch fünfjährig, Krone 2 bis 4-mal so lang wie der Kelch, 
  • tief ausgerandete Oberlippe, dreimalige Unterlippe
  • 4 Staubblätter


Wirksame Teile als Heilkraut:

frische oder getrocknete Pflanze, Saft, Blätter (vor Beginn der Blüte)
rasch trocknen und dabei gut belüften
es wirken ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe, Harz, Kalium
gegen Bronchialerkrankungen, harntreibend
tonisch, wundheilend
Anwendung innerlich und äußerlich

Wundermann ist Bestandteil eines Heiltees, dem Schweizer Tee, der gerne als Stärkungsmittel eingesetzt wird.

Die Gundelrebe im Volksglauben

Die kleine Pflanze ist eine alte Zauberpflanze der Germanen, mit der man hoffte, Hexen zu erkennen. Dazu flocht man Kränze, die in der Walpurgisnacht um den Kopf gelegt wurden. Die Menschen gaben ihn ihren Tieren, da er kräftigend wirkte. Kühe bekamen Gundermann in der ersten Mainacht mit Salz ins Futter, damit sie viel Milch gaben. Und damit eine Henne kräftige Küken großzog, erhielt sie frische Gundelrebe. Es heißt, das Gewächs treibt Gifte aus und gehörte so auch in den Schnupftabak.




Das Bild stammt aus dem Buch von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé ''Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz'' 1885, Gera - Danke an Wikipedia!

Montag, 20. Januar 2014

Winterzwiebel im Bauerngarten

Blüte von Winterheckenzwiebel / H. Nedo
Winterheckenzwiebeln, auch kurz Winterzwiebeln genannt, bereichern als anspruchslose Pfleglinge schon lange meinen Garten. Vor einigen Jahren brachte ich im April einige Samen in die Erde. Sie gingen problemlos auf und wuchsen an Ort und Stelle weiter. Inzwischen haben die Lauchzwiebeln mehrfach ihren Standort gewechselt. Wenn die Horste zu groß werden, teile ich sie und pflanze die Teilstücke an neuen Plätzen wieder aus. Auch bei unseren Nachbarn wachsen inzwischen Nachkommen meiner ersten Aussaat.

Die aus Sibirien stammende Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) ist absolut winterhart. Das bedeutet jedoch nicht, dass man den ganzen Winter über Lauch ernten kann. Im Herbst ziehen die Schlotten ein, um sich im zeitigen Frühjahr mit neuer Kraft aus der Erde zu schieben. Die grünen Röhrenblätter treiben wesentlich früher aus als Schnittlauch. An einem geschützten, sonnigen Standort bei milder Witterung zeigen sie sich tatsächlich auch im Winter. Die vielen Bezeichnungen für diese Zwiebelart führen immer wieder zu Verwirrungen. Wer die Zwiebel mehrjährig pflegt, erntet nur das Lauch, teilt sie ab und zu und verpflanzt sie. Bei einjährigem Anbau wird die ganze Pflanze geerntet und wie eine Frühlingszwiebel verwendet. Dazu kann der Samen in Abständen je nach Klima von Februar bis April ausgesät werden. Etwa drei Monate später beginnt die Ernte. Es ist auch möglich, einen Satz der Samen im Juni in die Erde zu bringen und die kleinen Pflanzen einfach wachsen zu lassen. Sie überwintern und bringen im folgenden Jahr Frühlingszwiebeln. Ich persönlich habe tatsächlich nur einmal gesät, weiß aber, dass sich die Zwiebeln bereitwillig selbst aussamen. Die runden und sehenswerten Blütenstände ziehen Hummeln und Bienen magisch an. Daher bringe ich es nicht übers Herz, sie abzuschneiden. Um die Horste herum erscheinen dann später winzige Röhrenblättchen, die Nachkommenschaft der blühenden Zwiebeln.

Über die Ansprüche der Pflanze braucht sich der Gärtner wenig Gedanken machen. Bei mir wächst sie in magerem, brandenburger Sandboden, den ich seit mehreren Jahren versuche mit Komposterde zu verbessern. Der Vorteil dieses Bodens besteht darin, dass ich Staunässe nicht befürchten muss, selbst in feuchten Jahren. Der Nachteil ist sein magerer Nährstoffgehalt und die geringe Fähigkeit diese zu speichern. Der Winterheckenzwiebel macht es nichts aus. Sie wächst und bringt regelmäßig Lauch und Blüten hervor.



Schädlinge kennt diese Zwiebel genauso wie ihre Verwandten, unsere Speisezwiebeln Allium cepa. Das regelmäßige Umsetzen kräftigt also nicht nur die Pflanzen, sondern beugt auch dem Befall mit der Zwiebelfliege vor. Alle Zwiebeln stehen gerne mit Möhren auf einem Beet. Eine Aussaat gemeinsam mit Radieschen soll gut sein. Ich habe es noch nicht ausprobiert, kann es mir aber vorstellen.


In der Küche verwende ich das Lauch ähnlich wie Schnittlauch. Es ist aber kräftiger und mein Mann mag es nicht, wenn ich es nur in grobe Ringe schneide. In Wookgerichten möchten wir aber beide nicht auf diese Zwiebel verzichten. Gerade, wenn es mit Petersilie im Garten noch nicht so üppig ist, nutze ich die frühen Röhrenblätter gerne, um frisches Grün in die Speisen zu bringen. Ansonsten betrachte ich die Blüten als Bienennahrung und Blickfang im Gemüsegarten.

Winterzwiebel im April / H. Nedo

Sonntag, 29. Dezember 2013

Humusfabrik im Garten

Tausendfüßer / Heike Nedo
Ohne Humus geht es nicht. Er ist locker, krümelig, duftet nach Wald und bietet die fruchtbare Schicht, in der gesunde Pflanzen gedeihen. Nur 10 bis 30 Zentimeter dick ist sie. Oft wird angenommen, der Humus liefert die Nährstoffe für das Pflanzenwachstum. Das ist so nicht ganz richtig, denn er dient lediglich als Lieferant oder Vermittler der Nährstoffe. Milliarden unterirdische Bewohner sind für die Humusproduktion zuständig. Der Mensch selbst kann dies nicht übernehmen, er kann im Garten jedoch dafür sorgen, dass die kleinen Arbeiter im Boden optimale Bedingungen vorfinden.

Nähr- und Dauerhumus

Mit bloßem Auge sind die meisten Helfer in der Bodenschicht nicht zu sehen. Sie zersetzen durch ihre Arbeit abgestorbene Pflanzen und Kleintiere in neue Nahrung für Salate, Tomaten und Co. Bakterien, Algen, Pilze sowie winzige Wesen mit so hübschen Namen wie Glocken- oder Wimpertierchen, halten diesen Prozess aufrecht. Sichtbare Helfer sind Würmer, Asseln, Tausendfüßer, Schnecken und natürlich Regenwürmer. Alle leicht zersetzlichen Stoffe werden in Nährhumus umgewandelt. Dieser gibt Phosphor, Kali und Stickstoff frei, die über die Wurzeln unsere Pflanzen nähren. Daneben entsteht in einem länger währenden Prozess Dauerhumus aus den schwer zu zersetzenden Stoffen. Dieser Dauerhumus färbt den Boden dunkelbraun und speichert Wasser und Nährstoffe. Gleichzeit lockert er ihn. Das bedeutet er sorgt für eine gute Durchlüftung Ihres Gartenbodens.

Eine Fabrik unter der Erde

Angesichts der Millionen Arbeiter unter der Erde kann durchaus von einer Humusfabrik die Rede sein. Die in ihr tätigen Arbeiter werden ungern gestört. In der obersten, etwa fünf Zentimeter dicken Schicht, wirken die für das Grobe zuständigen Wesen. Sie zerkleinern, was ihnen zwischen die Zähne kommt, Laub, Gras, Mulch oder auch abgestorbene kleine Tierchen. Die sichtbaren Helfer brachen Sauerstoff zum Arbeiten und zusätzlich Feuchtigkeit und Wärme. Darunter, bis zu 30 Zentimeter Tiefe wirken Mikroorganismen. Sie stellen aus den bereits zerkleinerten Substanzen Nährlösungen her. Hier befindet sich die eigentliche Humusfabrik. Durch Mulchen sorgen Sie als Gärtner immer wieder für Nachschub. Und auch das ständige Bestücken des Komposthaufens gibt den Helfern immer wieder neue Arbeit. Allerdings gilt es noch mehr zu beachten. Die Mikro-Helfer sind nur aktiv, wenn die Bedingungen stimmen. Unruhe mögen sie gar nicht. Im Biogarten wird der Boden also nicht umgegraben. Damit würden die natürlich gewachsenen Schichten zerstört. Beim Umgraben gelangen die unteren Schichten nach oben. Die meisten der wertvollen Helfer sterben dort ab, so wie in die Tiefe gelangende Asseln und Würmer ebenfalls sterben. Der Prozess der Humusbildung wird durch Umgraben schmerzlich unterbrochen. Daher ist ein vorsichtiges Lockern mit der Grabegabel wesentlich besser. 


Engerling im Kompost / Heike Nedo
Warum Humus so wichtig ist


Der oben bereits erwähnte Nährhumus wird sehr schnell gebildet und von den Mikroorganismen zum großen Teil selbst genutzt. Im weiteren Prozess entsteht Dauerhumus, der die wertvollen Huminstoffe enthält. Diese sind die echten Bodenverbesserer. Sie sorgen für eine feinkrümelige Struktur. Durch die größeren Poren im Boden gelangt mehr Luft, sprich Sauerstoff, in tiefere Schichten. Gleichzeitig wird Wasser besser gespeichert und durch ihre dunkle Farbe erwärmt sich die Erde schneller. Huminstoffe lagern an ihrer Oberfläche Nährstoffe an. Diese werden in einem humusreichen Boden durch Regen nicht so schnell ausgeschwämmt.

Kräftige Pflanzen im Garten sind also auf einen gesunden Boden angewiesen. Auch wenn Sie sich nicht mit Bodenproben beschäftigen wollen, dem Humus gehört besondere Aufmerksamkeit. Jedes Jahr gehört auf die Beete eine etwa zehn Zentimeter dicke neue Schicht Humuserde. Mit diesen zehn Zentimetern sorgen Sie für 20 Zentimeter gesunde Erde. Die beste Möglichkeit, sich den kostbaren Humus selbst zu beschaffen, ist das Kompostieren.

Auch eine dünne Mulchschicht hilft / Heike Nedo


Samstag, 13. Juli 2013

Kapuzinerkresse - Zierpflanze und Würzkraut

Kapuzinerkresse
Kapuzinerkresse
Egal, ob rankend am Zaun, als Bodendecker unter einem Baum oder im Kübel auf  Terrasse und Balkon, die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist ein unkompliziertes und dankbares Gewächs. Orange- oder rotfarbig leuchten die Blüten den ganzen Sommer zwischen würzigen, kreisrunden Blättern. Aber auch rosa-, lachsfarbene und sogar hellgelbe Züchtungen sind bekannt.

Farbenfrohes Heilkraut

Die Blüten sehen nicht nur schön aus, sondern bereichern auch unsere Küchen und Apotheken. Die ganze Pflanze kann verzehrt werden. Ihr Name verrät bereits etwas über den Geschmack. Er ist wie bei der Küchenkresse herzhaft scharf. Senföle sind dafür verantwortlich. Kapuzinerkresse enthält zusätzlich viel Vitamin C und B sowie Mineralien wie Kalium, Magnesium und Eisen. In der Naturheilkunde spielen die Pflanzen daher schon lange eine Rolle. Sie hemmen Bakterien, Pilze und Viren im Körper, stärken das Immunsystem, schützten die Atmungs- und Harnwegsorgane vor Infektionen und fördern die Durchblutung. Wegen ihrer gesundheitsfördernden Wirkung wurde die Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gekürt. Inzwischen ist in mehrfachen Untersuchungen bestätigt, dass Kapuzinerkresse in Kombination mit Meerrettich wie ein natürliches Antibiotikum wirkt. Nasennebenhöhlenentzündungen und Infekte der Atem- und Harnwege können so ohne Einsatz von Antibiotika behandelt werden. Dennoch sollten Sie nicht auf den Rat eines Arztes verzichten.

Südamerikanischer Neophyt

Die Heimat der Kapuzinerkresse sind die Berge Perus und Boliviens. Verbreitet ist die Pflanze aber auch in weiteren Regionen Südamerikas. Mit der Entdeckung des Kontinentes gelangten die ersten Samen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Europa. Schon damals war bekannt, dass sie in der Medizin der Inka als Schmerzmittel und bei Hautleiden von Bedeutung war. In Europa galt Kapuzinerkresse ab dem 18. Jahrhundert als Mittel gegen Skorbut.

Verwenden können Sie ganze oder gehackte Blätter in Salaten, aufs Brot oder zur Dekoration die bunten Blüten. Große Blätter lassen sich sogar füllen. Aus den grünen, noch unreifen Samen wird sauer eingelegt ein preiswerter Kapernersatz. Da die Blüten im Geschmack wesentlich milder sind als die Blätter, können diese auch für Süßspeisen verwendet werden.

Kapuzinerkresse im Garten

Der Anbau im Garten ist denkbar einfach. Die Samen werden im Mai direkt an Ort und Stelle in den Boden gelegt. Dort entwickeln sich die einjährigen Pflanzen am besten in der vollen Sonne, vertragen aber auch etwas Schatten. Der Boden sollte nicht zu viele Nährstoffe enthalten, sonst erhalten Sie übermäßig viel Blätter und wenige Blüten. Wenn sich dann wieder Samen bilden, können Sie diese für die Aussaat im nächsten Jahr aufheben. Wer mit seiner Kapuzinerkresse besonders zeitig Blüten im Garten haben möchte, kann auch ab Ende März auf der Fensterbank einige Pflanzen vorziehen. Setzen Sie nicht mehr als zwei bis drei Körner in einen Topf. Dann sparen Sie das Pikieren, denn das Umpflanzen mögen die Pflanzen nicht. Für ein leichteres Keimen werden die Samen eine Nacht zuvor in Wasser eingeweicht. Im Beet empfiehlt sich ein Abstand von 30 Zentimetern zwischen den starkwüchsigen Pflanzen. Gerade im Biogarten erfüllt Kapuzinerkresse zwischen Gemüse gepflanzt die Rolle als Fangpflanze für Läuse. Blattläuse können der Kresse nicht widerstehen. Sie wandern auf diese und verschonen das Gemüse im Beet. Deshalb wird Kapuzinerkresse auch gerne als Unterpflanzung auf Baumscheiben verwendet.

Beliebte Zuchtformen 
  • Saatgutmischung "Alaska Mischung": Leuchtendes Orange und Gelb der Blüten sowie panaschiertest Laub 
  • Saatgutmischung "Summer Carousel": Enthält unter anderem die gefüllte, rosarote Sorte "Jewel Cherry Rose" sowie eine gelbblühende Züchtung 
  • Sorte " Alaska Salmon Orange": hell gefleckte Blätter, niedrige Pflanze, lachsfarbene Blüten 
  • Sorte "Empress of India": 30 Zentimeter hoch, große, dunkelrote Blüten 
  • Sorte "Strowberries & Cream": zweifarbige Blüten, mit orangefarbenen Tupfen auf zartem Hellgelb 
  • Sorte "Ice Age": hellgelbe Blüten, ähnelt der Züchtung "Milkmaid" 
  • Sorte "Double Delight Apricot": buschig wachsend, apricotfarben 
  • "Whirlybird Orange": zwergig und buschig wachsende Sorte für kleine Hügel im Beet, frische orangefarbene, halbgefüllte Blüten



Im Volksmund hat die Blume verschiedene Namen. Sie heißt mal Gelbes Vögerl, Kapuzinerli oder Salatblume. Der deutsche Name Kapuzinerkresse stammt von der Ähnlichkeit der Blütenform mit der Kapuze der Mönchskutten.

Kapuzinerkresse Baumscheibe
Kapuzinerkresse als Läusefang auf einer Baumscheibe

Quellen für den Artikel:
  • Buch 1001 Gartenpflanzen - Parragon-Verlag
  • Zeitschrift Mein schöner Landgarten 2/2013
  • Webseite des NABU - Natur des Jahres
  • Webseite heilkräuter.de
  • Webseite mein-schoener-garten.de - Gartenwiki

Sonntag, 30. Juni 2013

Kein Bauerngarten ohne Ringelblumen

Ringelblumen, junger Dill und Erdbeerkindel
Das ist sicher nicht übertrieben. Wenn es ein typisches Merkmal im Bauerngarten ist, nützliche und schöne Pflanzen zu mischen, so passt die Ringelblume (Calandula officinalis) hervorragend in diesen Mix. Sie vereint beides: Schönheit und Nutzen. Die gelben oder orangefarbenen Blüten werden gesammelt und in Heilsalben verwendet. Das kann man als Gärtner mit dem richtigen Rezept auch selbst tun. Auch als Tee werden die Blumen genutzt. Gleichzeitig hilft sie dem Boden, denn ihre tiefe Pfahlwurzel lockert diesen und spezielle Ausscheidungen daraus vertreiben Nemathoden. Das sind ungeliebte Fadenwürmer, die als Parasit in den Wurzeln von Pflanzen leben. Diese Würmer spielen als Schädling im Garten und in der Landwirtschaft eine Rolle. Die Ringelblume, aber auch Studentenblumen sind Gewächse, die die lästigen Tierchen meiden. Noch dazu kommt, dass sich Ringelblumen leicht selbst aussäen. Wenn sie doch einmal dort wachsen, wo sie stören, lassen sie sich bereitwillig umpflanzen. Die ersten Blüten sind jetzt Ende Juni erschienen. Sie werden mich bis lange in den Herbst hinein erfreuen.


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Ringelblumen im Garten