Mittwoch, 16. April 2014

Mahonie - immergrüner Frühjahrsblüher

Blühende Mahonie - © Heike Nedo
Zur Pflanzengattung Mahonia gehören weltweit rund 400 Arten. In unseren Gärten, Parkanlagen und inzwischen auch verwildert wächst (fast) immer die Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium). Der lateinische Begriff aquifolium weist auf die Spitzen an den Blatträndern hin. Es sind kleine Stachelzähnchen, die typisch für die immergrünen, ledigen Blätter sind. Im Garten fällt die Mahonie im zeitigen Frühjahr durch ihre gelben Blütenbüschel auf. Sie locken im April zahlreiche Insekten an. Später. 

Ab August entwickeln sich daraus kleine, blaue Beeren. Sie sind wie Pflaumen etwas bemehlt und können gegessen werden. Allerdings verführen die sehr sauren Früchte nicht zum Naschen. In großen Mengen verzehrt würden sie auch zu Brechdurchfall führen. In früheren Zeiten, kochte man aus den vitaminreichen Beeren dennoch Marmelade oder Gelee. Ein Teeaufguss aus der Wurzel, beziehungsweise Wurzelrinde gilt als verdauungsfördernd, nierenstärkend und kräftigend. Laut heilkräuter.de soll die Wurzelrinde in einer Salbe verarbeitet sogar gegen Schuppenflechte helfen. 

Die völlig unkomplizierten Sträucher verdienen als Ziergehölze im Garten mehr Aufmerksamkeit. Nicht nur Blüte und Beeren sind ein schöner Schmuck. Auch die glänzenden Blätter ergeben als Hintergrund im kleinen Staudenbeet einen schönen Kontrast zu farbenfrohen Sommerblumen. Im Herbst kann sich das Laub auch rötlich färben. Es bleibt über Winter am Strauch. Botanisch betrachtet sind Mahonien mit Berberitzen verwandt. Auch diese Sträucher gelten als pflegeleicht und unkompliziert. 


Eine Mahonie wächst langsam, etwa 20 Zentimeter pro Jahr und wird etwa einen Meter hoch und breit. Sie vermehren sich durch Aussamen, lassen sich selbst jedoch leichter durch Stecklinge ziehen. Dafür schneiden Sie im Sommer etwa 20 Zentimeter lange Stecklinge und setzen diese halbschattig in einen feuchten Boden. An den endgültigen Standort stellen die Sträucher wenig Ansprüche. Der Boden darf ruhig etwas trocken sein,  zusätzliche Düngung ist nicht notwendig. Lediglich volle Sonne mögen die Pflanzen nicht. Krankheiten sind nicht bekannt. Die Robustheit der Gewöhnlichen Mahonie und deren Neigung sich selbst auszusamen führten dazu, dass die Pflanzen inzwischen häufig verwildert wachsen. Ihre Heimat ist Nordamerika.


Die Gattung Mahonia erhielt ihren Namen zu Ehren des irischen Gärtners Bernhard M’Mahon (1775 bis 1816). Er verlies als politischer Flüchtling sein Land und wirkte ab 1796 in Philadelphia. Hier war sein gärtnerisches Wissen sehr gefragt. Er gründete zunächst ein Geschäft für Sämereien, bot dann rund 800 Pflanzen per Katalog an, baute Gewächshäuser, betrieb eine Fachbuchhandlung und traf sich mit Botanikern, die zur damaligen Zeit Rang und Namen hatten. Mit Benjamin Smith Barton (1766 bis 1815), der das erste amerikanische Lehrbuch zur Botanik veröffentlichte, erteilte Mahon Unterricht im Gartenbau an einer Eliteschule für Bürgerstöchter. 1908 legte Mahon seinen privaten Botanischen Garten „Upsal“ an. Als enger Freund des amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson beriet er diesen in allen Fragen rund um den Gartenbau. Als Dank dafür durfte Mahon die botanische Ausbeute der bedeutenden Expedition Lewis und Clark entlang der Pazifikküste  (1804 bis 1806) auswerten. Mahon kultivierte im Ergebnis daraus zahlreiche, der Wissenschaft bis dahin unbekannte Pflanzen, wie zum Beispiel unsere beliebte Gold-Johannisbeere (Ribes aureum) und die Schneebeere (Symphoricarpus albus).

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