Dienstag, 20. August 2013

Chili aus dem eigenen Garten

Chili im Gewächshaus
Im Bauerngarten des Mittelalters hat Chili sicher noch keine Rolle gespielt. Heute dagegen hat die Pflanze viele Liebhaber. Wir säen die Samen bereits Ende Januar aus. Da sie zum Keimen Wärme benötigen, stehen die Schalen anfangs direkt auf der Heizung. Die Schwierigkeit besteht darin, sie nie austrocknen zu lassen. Die winzigen Pflänzchen werden im Februar pikiert und stehen dann auf dem Fensterbrett in der Südseite. Ab Mai dürfen sie umziehen in unser Gewächshaus. Da wir immer zu viele Pflanzen haben, werden einige verschenkt. Diese gedeihen dort auch direkt im Freien, natürlich geschützt und sonnig.

Inzwischen wachsen bei uns verschiedene Sorten. Auf dem Staudenmarkt in Berlin habe ich eine schwarze Chili als Pflanze gekauft. Sie fühlt sich bei uns wohl. Der Markt in Groningen bescherte uns super scharfe, kleine Chilifrüchte, deren Samen willig keimten. So haben wir es auch mit anderen Schoten und auch Tomaten aus dem Handel gemacht. Samen von Früchten, die gefallen, heben wir auf und bringen sie in Erde. Manches gelingt, manches nicht. Aber dunkle Tomaten und kleine, länglich geformte Rispentomaten und auch ganz lange, rote Chilis haben über diesen Weg Einzug in unseren Garten gefunden.


Chiliblüte

schwarze Chili

super scharfe Chilischoten
Auszug aus dem nebenstehenden Kräuterbuch:

Chili dürfte das wohl am weitesten verbreitete Gewürz der Welt sein, obwohl es erst im 16. Jahrhundert durch die Spanier nach Europa kam. Christoph Kolumbus brachte die scharfe Schote mit nach Europa. Er war auf der Suche nach Pfeffer und fand Chili. Chili ist das aztekische Wort für Pfefferschote. Von Spanien kam sie nach Afrika, Indien und in den Orient. Die Pflanze (Capsicum fructens) wächst strauchartig, ausdauernd und kann bis zu zwei Metern hoch werden. Als Chili sind die meist roten , länglichen, der Paprika ähnlichen aber kleineren Schoten bekannt, die botanisch eigentlich eine Beere sind. Sie können auch orange, gelb, braun, lila oder schwarz sein. Es gibt unzählige Arten, die sehr unterschiedlich scharf sind. Die Skala der Schärfe reicht von eins bis zehn. Die schärfsten Chilischoten sind Uganda- und Mombasa-Chilis. Mexikanischer Ancho ist dagegen ein mildes, dunkles Chili. Grüne, unreife Chilis sind generell milder, ebenso Chilischoten ohne die inneren Samen. Im Handel sind frische, getrocknete und eingelegte Chilis zu haben. Auch Trockenflocken und Pulver ist erhältlich. Beim Verarbeiten der Chilis sollten Sie nicht mit den Händen in die Augen geraten. Das Gewürz kann frisch gehackt oder auch als Pulver in die Gerichte gegeben werden. Wenn Sie eine ganze Schote verwenden, können Sie diese aus dem Gericht entfernen, wenn die gewünschte Schärfe erreicht ist.

Verwendet wird Chili in der indischen Küche für verschiedene Currymischungen und in der mexikanischen für Soßen, zahlreiche Gerichte sowie das bekannte Chili con Carne. Chili ist Bestandteil bedeutender Gewürzmischungen wie Harrissa. Die feurig scharfe Tabasco-Soße klingt mexikanisch, ist aber die Erfindung eines amerikanischen Südstaatlers. In der Mittelmeerregion werden mit Chili gerne scharfe Fischsuppen zubereitet. Gerade in den tropischen Regionen ist die Schote aus praktischen Gründen begehrt, denn durch seine antibakterielle Wirkung verderben die Speisen nicht so schnell. Der Stoff, welcher für die feurige Schärfe verantwortlich ist, heißt Capsaicin. Er steigert die Speichelbildung bis zu einem Zehnfachen, regt die Durchblutung im gesamten Bauchraum an und tötet Krankheitserreger im Darm. Chili beeinflusst den gesamten Kreislauf und das Herz zum Positiven.


Tipps für das Verarbeiten von Habaneros - Artikel auf Helpster

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